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Nach einigen Verzögerungen ist es endlich soweit: Wir freuen uns, euch die Geschichte „Feuer fangen“ von Sabine de Martin als Siegesgeschichte des Lesben-Awards 2007 vorstellen zu können! Sehr bemerkenswert für uns ist, dass Sabine de Martin bereits 2004 Zweitplatzierte war. 2005 war sie mit ihrer Geschichte „Hosen kaufen mit Rosetta“ nicht nur mit Abstand Publikumsfavoritin, sondern gewann eindeutig den Lesben-Award 2005.
Zu der aktuellen Siegerinnen-Geschichte haben wir hier noch ein paar Jury-Stimmen für euch:
Petra Förster, Kabarettistin: „Die Geschichte nimmt die Leserin bei der Hand und läßt eine nicht mehr los, wärmt das Herz und verzaubert durch einen leichten Hauch von Rosenduft.“
Anne Bax, Autorin: „Obwohl zu klischiert geraten, gefällt mir auch hier die versponne Welt der Heldin. Überhaupt sind die Passagen, in denen sie ihre Welt erklärt, gut geraten, die Figuren aber sind blass.“
Annette Berr, Autorin: „"Feuer fangen" ist mein Favorit, weil die Geschichte nicht mehr scheinen möchte, als sie ist. Schöne, klare Sprache. Die Autorin beherrscht die Worte. Es gibt mehrere Ebenen. Die Sicht des Mädchens erscheint mir wahrhaft. Mich rührte die Geschichte zu Tränen.“
Claudia Gehrke, Verlegerin: „Die Erzählung handelt von Kindheit. Kindheit ist immer ein literarisch wichtiges Thema. In dieser Geschichte geht es um erste Momente und um Aufbrüche: z.B. erstmals erregt zu sein durch den Anblick eines Kusses - zweier Frauen. Die Erregung ist sprachlich schlicht und schön angedeutet. Der Autorin gelingen Überraschungsgseffekte in ihrem Text, das ist gar nicht so häufig, denn in vielen Geschichten sind die Überraschungseffekte an den Haaren herbeigezogen, hier nicht. Zu Beginn findet sich die Leserin in einem Märchen, das sich alltagsnah auflöst. Dann spielt die Geschichte mit dem Topos "geheimnisvolles verlassenens Haus", ein klassisches Motiv von Kinderabenteuerträumen. Und dieses Haus wird nun besetzt von einem weiteren Abenteuer. Zwei Frauen. Liebe. Und dieser erste Blick des Mädchens auf den Kuss. Dann kommt noch die Mutter-Tochter-Beziehung ins Spiel. Und durch die Bemerkung der beiden Frauen nach der Entdeckung im Schrank kommt dem Mädchen die Idee, in Konfrontation mit ihrer Mutter, dass sie sich ja auch eine andere Familie suchen könnte, eine lesbische Familie. Es spielt viel hinein in dieser kurze Erzählung, ohne dass sie deshalb überladen wirkt, denn eins ergibt sich logisch aus dem anderen. Obwohl mir auch andere Geschichten gefallen haben, ist diese in der Auswahl zum Lesbenaward eine wirklich preiswürdige Geschichte. Die minimalen sprachlichen Mängel an manchen Stellen lassen sich sicher durch ein gutes Lektorat ausbügeln.“ Wir bedanken uns bei allen Teilnehmerinnen und gratulieren Sabine de Martin ganz herzlich zu ihrem Sieg! Und natürlich hoffen wir auch im nächsten Jahr auf rege Beteiligung eurerseits! |