| Mirjam Müntefering: "Jetzt zu dritt" |
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| Geschrieben von heaven | |
| Dienstag, 28. August 2007 | |
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Vielmehr bringt dieses neue Buch eine Menge Einblicke in den Kinderwunsch und die Realisierung ebendiesens durch lesbische Paare, denn Michelin hört nach zwei Jahren glücklicher Beziehung ihre biologische Uhr quasi atombombenexplosionsgleich ticken und wünscht sich nicht sehnlicher als ein Kind – natürlich mit ihrer Liebsten Angela. Woher aber nehmen und nicht stehlen? Das Buch gibt unaufdringlich und ganz nebenbei einige Antworten für diejenigen unter uns, die das schon immer wissen wollten und sich darüber hinaus bei der Benutzung einer Suchmaschine nicht vorkommen wie die erste Lesbe auf dem Mars.
Die große Kunst, die Mirjam Müntefering so beneidenswert „nebenbei“ zu beherrschen scheint und die ihre Bücher für mich daher auch immer wieder ungemein anziehend macht, ist ihr Denk- und Schreibstil, der sich am besten mit einem einzigen Wort beschreiben lässt: warmherzig! Ich jedenfalls habe mich nach der Lektüre dieses Buches erst einmal hingesetzt und meine Urschleimfreundinnen angerufen, bevor ich mich an diese Rezension gesetzt habe… |



Mit dem überwiegend heiteren, kurzweiligen Roman „Jetzt zu dritt“ erfahren wir von Mirjam Müntefering endlich, wie es mit den „schönen Müttern anderer Töchter“ weitergeht. Geschildert wird hier nämlich die nicht immer unbeschwerte Fortsetzung der aufregenden Liebesgeschichte zwischen Angela und Michelin, die die Autorin anno 2001 so hinreissend beschrieben hatte, dass mir beim Lesen mehr als einmal eine Horde Schmetterlinge gegen die Bauchdecke prasselte.
Auch wenn der Leserin hier keine „frische Verliebtheit“ verkauft wird, so bietet dieses Buch doch etwas anderes, in Zeiten inflationär wechselnder Lesben-Liebes-Pseudolebens-Beziehungen ungemein Wertvolles: eine wunderbare Huldigung an die Freundschaft zu den Menschen, die uns wichtig sind. Zwar hat Mirjam Müntefering uns die Irrungen und Wirrungen um diese Lesbenclique im Ruhrgebiet schon seit einigen Büchern aus verschiedensten Blickwinkeln betrachten lassen, doch dieses Buch ist sicherlich ihr Meisterwerk über ebendiese Freundschaft. Und wie immer erweist sie sich dabei als Meisterin lustiger Gedanken und Formulierungen. Ein kurzes Beispiel gefällig? „Frederike ist eine Uraltfreundin von mir. Jede hat doch solche Menschen, mit denen sie quasi aus dem Urschleim entstanden ist.“


